Computer verstehen Computer 2

5. Mai 2009

Letzten Mittwoch habe ich, wie schon zuvor berichtet, den Semantic Web Day in Leipzig besucht. Alles in allem war es eine sehr spannende Veranstaltung mit vielen interessanten Ansätzen und Ideen zum semantischen Internet, die sich auf jeden Fall gelohnt hat.
Drei Präsentationen fand ich besonders beeindruckend: loomp, Topic Maps und SWM+.

loomp ist ein Rich Text Editor zum Auszeichnen von semantischen Informationen. Das heißt, das es für Redakteure sehr einfach ist, ohne Hintergrundwissen über Semantik Texte entsprechend auszuzeichnen. Dies ist ein äußerst wichtiger Schritt für die praktische Nutzung von semantischen Technologien in der Praxis. Denn im besten Fall müssen Redakteure nicht über das “Wie” und “Warum” nachdenken, wenn sie ihre Texte pflegen, so etwas muss intuitiv geschehen.

Topic Maps: Eine Variante, um semantische Informationen zu präsentieren und zu integrieren. Diese Variante ist inzwischen standardisiert (ISO 13250). Einfach gesagt, werden jedem Objekt (Topic) verschiedene Eigenschaften zugeordnet. Dies können Namen sein, oder Gültigkeitsbereiche oder auch Daten. Durch die Verknüpfung von Eigenschaften verschiedener Topics können Zusammenhänge zwischen Objekten abgefragt und auch dargestellt werden.

SMW+ ist ein (kostenpflichtiges) mit semantischen Erweiterungen  Media-Wiki und Projektmanagementtool, das einen sehr interessanten Ansatz zur Wissensverwaltung in Kombination mit klassischem Projektmanagement bietet. Allerdings ist die Hürde hierbei recht groß, denn das Wiki-Prinzip ist, aus verschiedensten Gründen, nicht bei allen Projektpartnern nutzbar. Zumindest können im Idealfall durch das SMW+ zwei vorher getrennte Tools durch ein neues abgelöst werden.

Allerdings blieben, auch wenn einige sehr interessante Ansätze und Ideen zu sehen waren, weiterhin die bekannten Fragen zum semantischen Web: Wie kann das Wissen auf Seite der Redakteure semantisch ausgezeichnet werden, ohne eine Hürde zu bilden? Wie kann das semantische Wissen abgefragt werden, ohne den Nutzer über komplizierte Formulare zu Erstellung von Fragen zu führen? Und wie können große Mengen von Dokumenten praktisch mit semantischen Informationen ausgezeichnet werden? Für alle Fragen gab es Lösungsansätze, aber ich denke, wir sind hier gerade erst am Beginn eines sehr spannenden Weges.

Und noch was zu twitter: Durch die Nutzung von Hashtags war es relativ leicht, andere Twitterer während der Veranstaltung zu finden und die Themen, die in diesem Moment präsentiert wurden, über Links und Kommentare weiter zu diskutieren und zu vertiefen. Vielleicht hat ja twitter doch einen Zweck?

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Ours is the age which is proud of machines that think and suspicious of men who try to.
„O brave new world”
Howard Mumford Jones, 1964

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