Am Dienstag dieser Woche war ich bei einer Veranstaltung des Instituts für Soziologie der Uni Halle. Das Thema der Veranstaltung war die Vorstellung des Buches Grundgesetz Szenario von Prof. Dr. Joseph Huber, Professor für Wirtschaftssoziologie. Überschrieben war die Diskussion über das Buch mit „Zwischen Sozialetatismus und freiheitlicher Bürgergesellschaft: Die deutsche Staats- und Wirtschaftsverfassung unter Reformdruck”.
Der Autor geht bei der Analyse in drei Schritten vor: In einem ersten Teil präsentiert er die 159 Artikel seines neuen Grundgesetzes, die er in einem zweiten Kommentarteil ausführlich erläutert. Seine Überlegungen beziehen sich auf alle Bereiche des gesellschaftlichen Zusammenlebens und reichen vom demokratischen Aufbau des Staates über Marktorganisation und Steuerwesen bis hin zu konkreten Politikfeldern wie Familien-, Arbeitsmarkt- oder Bildungspolitik. Die einzelnen Themenkomplexe sind dabei so verfasst, dass sie im Einzelnen wie im Ganzen lesbar und verständlich sind. Im dritten und letzten Abschnitt, dem Generalkommentar, fasst der Autor sein Reformszenario zusammen und zeigt auf, wie die nötigen Reformen umgesetzt werden könnten.
Die Thesen, die Prof. Huber auf der Veranstaltung vorstellte, klingen sehr interessant, zumal er, wie nur wenige andere, nicht nur Vorschläge zur nötigen Reformierung macht, sondern auch konkrete Ideen zur praktischen Umsetzung seiner Vorschläge vorlegt.